Stadtwerke Riesa und FERALPI STAHL weiten ihre Partnerschaft zur Energieerzeugung mit Abwärme aus
Riesa, 11.05.2026 – Die Stadtwerke Riesa GmbH (SWR) und FERALPI STAHL bauen ihre langjährige strategische Partnerschaft weiter aus und setzen gemeinsam ein starkes Zeichen für die Wärmewende in der Region.
"Wir freuen uns, dass insbesondere durch die erwartete 7-stellige Förderung das zweite gemeinsame Abwärmeprojekt wettbewerbsfähige, nachhaltige Fernwärmeversorgung möglich gemacht und gleichzeitig der Wohn- und Industriestandort Riesa gestärkt wird. Die sehr guten nun über 10-jährigen praktischen Erfahrungen aus dem ersten partnerschaftlichen Projekt, erleichtern unsere Entscheidung als SWR, diese erhebliche Investition auf den Realisierungspfad zu bringen. In der ‚Stahlstadt‘ Riesa arbeiten Stadtwerke und Industrie erneut zum Vorteil aller zusammen." beschreibt Geschäftsführer René Röthig die Motivation der SWR.
Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) will die SWR nun die Modernisierung ihrer Fernwärmenetze noch weiter vorantreiben. Konkret wird für den Fernwärme-Netzverbund „Duale Hochschule Sachsen/Kraftwerk Elbufer“, von dem weite Teile des Stadtzentrums mit Wärme versorgt werden, ein Transformationsplan erstellt, welcher die Umstellung zu einer noch ressourcenschonenderen Wärmeversorgung beinhaltet. Die Fertigstellung des Transformationsplans sowie die Planung, von der Grundlagenermittlung bis zur Genehmigungsplanung, für das Wärmepumpenprojekt sind im April 2026 erfolgt.
Industrielle Abwärme gezielt nutzbar machen
Ein zentraler Bestandteil dieses Transformationsplans ist die verstärkte Nutzung industrieller Abwärme aus dem Produktionsprozess von FERALPI STAHL. Das Unternehmen stellt künftig zusätzliche Abwärme zur Verfügung – und erschließt damit bislang ungenutzte Energiepotenziale für die Fernwärmeversorgung in Riesa. Konkret soll der Energiegehalt des Kühlwassers aus dem Kühlturm von FERALPI STAHL mittels einer Wärmepumpe in einen für die Fernwärmeversorgung nutzbaren Temperaturbereich gebracht und eingesetzt werden.
Die von den SWR geplante und zu errichtende Wärmepumpenanlage soll zunächst eine thermische Leistung von rund 4 Megawatt bereitstellen und ist in den Folgejahren erweiterbar. Das bedeutet, dass bspw. in Abhängigkeit vom Dämmstandard der Gebäude bis zu 800 Eigenheime mit Fernwärme versorgt werden könnten, ohne dass zusätzliche fossile Energieträger eingesetzt werden müssen.
Spätestens bis 2030 soll die Wärmepumpe einen Großteil der Wärmeerzeugung im Netz abdecken und damit den Anteil erneuerbarer Energien, zu denen Abwärmenutzung zu zählen ist, deutlich steigern. Im Zuge dessen ist auch ein Zusammenschluss der Netze Elbufer/Bebelstraße geplant.
Infrastruktur wird parallel weiterentwickelt
Um die neue Anlage in die bestehenden Netze einzubinden, wird auch die Infrastruktur weiterentwickelt. Erste Trassenentwürfe für die notwendigen Leitungen wurden bereits erarbeitet und abgestimmt. Der bis April 2026 zu erarbeitende Transformationsplan ist Grundlage für die Beantragung von Fördergeldern zur Umsetzung des Projektes.
Zudem wird das bestehende Heizkraftwerk „Elbufer“ modernisiert. Es bleibt auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Versorgungssicherheit und übernimmt die Abdeckung von Lastspitzen sowie die Absicherung bei geplanten oder ungeplanten Betriebsstillständen des Stahlwerkes.
Gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft
Mit dem Projekt unterstreichen die SWR und FERALPI STAHL ihr gemeinsames Engagement Energieversorgung in der Region. für eine zukunftsfähige „Solche Partnerschaften sind ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende vor Ort. Indem wir industrielle Abwärme sinnvoll nutzen, steigern wir die Energieeffizienz und leisten einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen und zugleich wirtschaftlichen Wärmeversorgung“, sagt Uwe Reinecke, General Manager von FERALPI STAHL.
Die Feralpi Group
Die Feralpi Group ist einer der führenden Stahlhersteller Europas (knapp 1,7 Milliarden Euro Umsatz 2024, rund 2.000 direkt Beschäftigte 2024 in sieben Ländern) und auf die Herstellung von Stählen sowohl für den Bausektor als auch für Spezialanwendungen spezialisiert. Die Entwicklung von Feralpi Siderurgica, dem 1968 in Lonato del Garda (Brescia) gegründeten und im Konzern führenden Unternehmen, ermöglichte die Bildung eines internationalen Konzerns mit einer diversifizierten und vertikalisierten Produktions- und Vermarktungskette.
Feralpi möchte nicht nur einer der internationalen Marktführer in der Stahlbranche sein und dabei durch technologische Innovation, Nachhaltigkeit und Talententwicklung Spitzenstandards vorwegnehmen. Das Unternehmen möchte auch die besten Stähle für die Bau- und Maschinenindustrie auf möglichst nachhaltige Weise produzieren, dabei zum wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt der Gemeinschaften, zur Förderung der Region und zum Wohlbefinden der Arbeitnehmer beitragen und sich für den Übergang zu Entwicklungsmodellen engagieren, die auf eine höhere Inklusion und Effizienz zielen und geringere Umweltauswirkungen mit sich bringen.
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